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Martinas Bericht zum Ausflug ins Allgäu

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Aber Moment mal. Da war doch was. Seit Jahren reist die Feuerwehr Anfang August ins Allgäu zum sagenumwobenen Walkartsfest. Was darüber schon alles erzählt wurde. Wenn nur die Hälfte stimmt, ist es genau das Richtige für uns. Gesagt getan. Über die Feuerwehr wurde der Kontakt mit dem Trachtenverein hergestellt. Denn wir wollten ja nicht nur einen Ausflug machen, sondern auch auf dem Fest ein bisschen musizieren. Und siehe da, am Sonntag nach dem Gottesdienst wurden wir für den Frühschoppen engagiert. Nach einer kurzen Nachfrage bei den Feuerwehrmännern, die alle sagten, das ist ein guter Termin, haben wir zugesagt.

Dann ging es los mit dem Organisieren. Das Kameradschaftsteam hatte ganz schön viel zu tun. Es ist Ferienzeit und wir suchen ein Hotel im Allgäu, die Busunternehmen wurden angefragt, ein Unterhaltungs- und Beschäftigungsprogramm musste zusammengestellt werden u.v.m. Für die jungen Musiker unter 18 wurden Partypässe erstellt und für das Wochenende Erziehungsbeauftragte gesucht. (Als wir Alten noch die jungen Musiker waren, war das noch viel einfacher. Es war aber auch klar, dass der ganze Verein ein Auge auf die Jungen hatte. Ach ja, die gute alte Zeit.)

Schließlich war alles organisiert und es konnte los gehen.

Freitag, 3. August 2018. Um 14:00 Uhr ist Treffpunkt an der Schule. Als Musiker reist man dann doch mit relativ großem Gepäck. Neben der Uniform mussten ja auch noch die ganzen Instrumente, Notenständer, Noten usw. eingepackt werden. Aufgrund der großen Hitze musste auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Schließlich war aber alles verstaut und es konnte losgehen.

Am Anfang verlief dann noch alles ganz reibungslos. Genauer gesagt bis Steinbach. Wie schon gesagt, war ja ein Auftritt geplant. Also sollte die Uniform auch im Gepäck sein. Dazu gehört auch eine schwarze Hose. Und in Steinbach wurde dann von einem Mitreisenden festgestellt - "Upps, die hab ich, glaub ich, nicht eingepackt". Auch eine kurze Nachfrage bei der Freundin brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Das Resultat war ein kurzer Umweg über Hügelsheim oder kurz gesagt: Schwarze Hose - Zeitverlust 55 Minuten. Aber was macht man nicht alles, gell Alex?

Nach einigen Staus, viel zähflüssigem Verkehr und einer Pause sind wir dann endlich im Hotel "Zur Krone" angekommen. Die Schlüssel wurden verteilt, das Gepäck auf die Zimmer gebracht, die Zimmer für gut befunden und dann ging es schon weiter zum "Walkartsfest".

Damit unser Busfahrer Uwe gleich den richtigen Weg findet, wurde Moritz kurzerhand zum Chef-Navigator ernannt. Die vielen engen Sträßchen haben Uwe dann aber ganz schön ins Schwitzen gebracht.

Das Fest findet in einer großen Scheune statt. Auf einer Bühne haben die "Holz und Blech Chaoten" Stimmung gemacht. Ein großes Hallo gab es dann, als die Feuerwehr aus Neuweier, die mit zwei MTWs angereist war, einmarschierte.

Nicht vergessen wurde auch das Geburtstagskind des Tages. Unser Werner ließ es sich nicht nehmen, seinen 65. Geburtstag mit uns zu feiern. Beim Ständchen hat dann auch die ganze Scheune mitgesungen.

Pünktlich um 24 Uhr musste der Bus dann wieder los. Zurück im Hotel wurde dann noch die eine oder andere Flasche Wein in der lauen Sommernacht verkostet.

Einige Nachzügler haben das Angebot der Feuerwehr angenommen und sind dann später mit dem MTW ins Hotel gebracht worden.

Das war auf jeden Fall schon ein sehr vielversprechender Start in ein schönes, heißes Musikwochenende.

Für den zweiten Tag unseres Ausfluges hatte sich unser Kameradschaftsteam für eine Wanderung entschieden: die 3-Almen-Tour. Es ist ja nicht leicht so etwas zu planen. Da gibt es Jung und Alt, fit und nicht so fit, gut zu Fuß oder eben auch nicht. Aber mit der 3-Almen-Tour haben sie einen echten Volltreffer gelandet. Zum Glück haben wir ja doch einige Feuerwehrleute bei uns, die die Gegend schon mehrmals erkundet haben und gerne mit Rat und Tat unterstützt haben. Pünktlich konnte der Bus starten - alle gut gestärkt mit einem leckeren Frühstück. Chef-Navigator Moritz hatte wieder seinen Platz eingenommen und los gings. Am Ausgangspunkt der Tour wurde dann noch einmal erklärt, dass es drei Almen sind. Man kann sie auf verschiedenen Wegen erreichen. Und falls man nicht so fit ist, kann man auch abkürzen. Schlussendlich wurde ausgemacht, um 14:15 Uhr Treffpunkt an der letzten Hütte. Dann ging es auch schon los. Auch an diesem Tag war es wieder sehr heiß, so dass man sich freute, dass der Weg manchmal unter Bäumen entlang oder durch den Wald führte. Alle marschierten los, im eigenen Tempo, in verschiedenen, sich ständig wechselnden Gruppen oder manchmal alleine - einfach die Ruhe genießend (gell Sandra). An den Almen hat man sich wieder getroffen. Aufgrund der Hitze war es sehr wichtig, die verlorene Flüssigkeit wieder aufzunehmen, in Form von Schorle, Bier und Enzian - wie es sich gerade ergeben hatte. Unser Kleeblatt - Denise, Elena, Lara, Pauline und Teresa - war uns immer eine Alm voraus. Es wird erzählt, dass die Mädels an der letzten Alm sogar mal ihre Handys weggelegt haben und doch tatsächlich Karten gespielt haben. Schwer zu glauben, aber es gibt Leute, die es behaupten.

An der zweiten Alm hatte unser Patrick noch eine Begegnung der etwas anderen Art. Da hat ein freches Huhn doch tatsächlich den Schinken von seinem Brot geklaut. Okay, er hätte es dem Huhn vielleicht doch nicht unter die Nase halten dürfen. Was haben wir gelernt - so ein Huhn ist ganz schön fix. Ohne weitere Vorkommnisse wurde dann das letzte Teilstück gemeinsam in Angriff genommen.

Kurze Zusammenfassung:  7,7 km (gefühlt waren es mehr), 143 Höhenmeter, ca. 15.000 Schritte, 66 Etagen.

Am Abend stand die Dampfbierbrauerei in Oberstdorf auf dem Programm.

Frisch geduscht ging es fast pünktlich los. Drei Herren, die sich ein Zimmer teilten, konnten sich erst nicht vom Biergarten (oder der netten Bedienung) des Hotels losreißen und dann wurde noch ausgiebig geduscht. Es macht ja nichts, wenn der ganze Bus wartet. Aber wenigstens waren die Jungs sauber.

In der Dampfbierbrauerei waren schon die Plätze für uns reserviert. Alle waren durstig und hungrig, so dass die Kellner ganz schön viel zu tun hatten. Da landete auch schon mal ein Bier auf der Hose. Das Essen war typisch bayrisch - Haxen, Krautsalat, Knödel usw. Da konnte so richtig geschlemmt werden. Wir haben uns dann alle auf einen schönen Abend mit Musik gefreut - wobei die beiden Musiker des Duos "Bodensee-Power" einfach zu laut waren. Man konnte sich nicht einmal unterhalten. Hätten die Herren noch einige Bier lang gewartet, hätten bestimmt einige mitgesungen und auf den Tischen getanzt. Dazu hat die Dampfbierbrauerei ihrem Namen alle Ehre gemacht - in der Wirtschaft war es so richtig dämpfig und ganz schön heiß. So haben wir dann die Flucht ergriffen und den Abend im schönen Biergarten unseres Hotels ausklingen lassen. Und dieser Abend war perfekt - Jung und Alt, Musiker, Dirigent und Angehörige, Blech, Holz und sogar die Schlagzeuger - hatten einen richtig schönen Abend. Manchen hat es so gut gefallen, dass sie den Heimweg ins Zimmer noch für ein Schwätzchen im Hof unterbrochen haben. Vor allem unser Albrecht hat an diesem Abend wahrscheinlich Babbelwasser getrunken. An Schlaf war auf jeden Fall nicht zu denken. Erst gegen später oder besser gesagt früher, ist dann Ruhe eingekehrt.

Es ist Sonntag - und trotzdem heißt es für uns Musiker: zeitig aufstehen, duschen, frühstücken, Koffer packen, Zähne putzen, Uniform anziehen und rechtzeitig im Bus sitzen. Die Reihenfolge konnte dabei jeder selbst festlegen.

Und warum so eine Hektik? Wir spielen heute den Frühschoppen auf dem Walkartsfest. Davor findet jedoch der Festgottesdienst statt. Das heißt, nach dem Gottesdienst aufbauen dauert zu lange und während dem Gottesdienst die Instrumente in die Scheune  bringen, geht halt auch nicht.

Aber - und das ist ja fast nicht zu glauben - pünktlich sitzen alle Bus. Chef-Navigator Moritz hat auch wieder seinen Platz eingenommen. Noch ein letztes Winken und dann geht es auch schon los.

Rechtzeitig vor dem Gottesdienst konnten wir die Instrumente in die Scheune bringen. Es war eine gute Entscheidung so früh zu starten, denn es war schon ganz schön was los. Die Bühne war recht klein und so hat es auch seine Zeit gedauert, bis jeder den richtigen Platz gefunden hat. Man muss in solchen Fällen auch mal flexibel sein, da sitzt das Flügelhorn dann schon mal bei den Saxophonen oder Seite an Seite mit den Tenorhörnern. Dann hieß es erst mal warten. Manche Musiker haben am Gottesdienst teilgenommen und manche sind in der Scheune geblieben - heiß war es überall. Und in Uniform noch ein bisschen heißer.

Die Mitglieder der FFW haben dann auch immer erzählt, dass es auf dem Fest kein Bier gibt - alle warten bis der Pfarrer nach dem Gottesdienst den ersten Schluck von aus seiner Maß trinkt. Ob die Geschichte stimmt? Ich verrate nichts. Das muss man schon selber erleben.

Kaum war der Gottesdienst vorbei hat sich die Scheune ruck zuck gefüllt. Alle waren gespannt, was die Musiker aus dem Badischen so drauf haben. Und sie wurden nicht enttäuscht. Wenn wir Musiker und Alex gut drauf sind, können sich die Gäste freuen. Dazu noch die Ansagen von Markus, der sich richtig gut vorbereitet hat. So haben die Gäste erfahren, wo wir herkommen, warum wir da sind, die bestehenden Verbindungen zwischen Allgäu und Baden usw. Zwischenzeitlich waren auch die Kameraden der FFW Neuweier angekommen, gesichtet wurden auch die Vollmer Brüder mit Familien, so dass der Auftritt schon fast ein kleines Heimspiel für uns war.

Auch das Geburtstagskind des Tages wurde nicht vergessen - Rudi Jung konnte sich über ein besonderes Geburtstagsständchen freuen.

Unser Programm war abwechslungsreich - Schwarzwaldmarie, der Alte Dessauer, Rolf im Allgäu, unser Dixieland-Concerto, Löffelpolka, Vogelwiese, die ganzen böhmischen Träume und späten Lieben und schon sagte Markus das letzte Stück an. Doch ohne Zugaben ließen uns die Allgäuer nicht von der Bühne. Und dann konnten wir es doch nicht lassen und haben das Hoch Badnerland ausgepackt. Die Männer der FFW haben inbrünstig, die Hand auf dem Herz, mitgesungen. Die Allgäuer haben dann doch etwas verwundert geschaut.

Der Auftritt war auf jeden Fall ein voller Erfolg und wie es ausschaut, könnten noch weitere Auftritte folgen. Wir haben auf jeden Fall einige Einladungen bekommen. Wäre schön, wenn der eine oder andere Auftritt klappen würde.

Es blieb dann noch  Zeit für ein Mittagessen und dann ging es schon wieder los Richtung Heimat. In Neuweier angekommen waren wir uns alle einig - das war ein toller Ausflug.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die bei der Organisation geholfen haben.